AKG-Tagungen
2010: Periphere Staatlichkeit im Kontext globaler Kräfteverhältnisse
Tagung der Assoziation für Kritische Gesellschaftsforschung (AkG), Marburg, 3.-5. Juni 2010
Tagungsort:
Centrum für Nah- und Mitteloststudien
Deutschhausstr. 12
35032 Marburg
Lageplan (pdf)

Die Tagung wird gefördert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung sowie dem Ursula-Kuhlmann-Fonds des Marburger Universitätsbunds
Im Verlauf der letzten vier Jahre haben sich zu verschiedenen Anlässen Mitglieder der AkG getroffen, die zu Ländern / Regionen außerhalb der OECD arbeiten: Am Rande der AkG-Tagung zu Staatstheorie im Frühjahr 2006 in Frankfurt, bei einem Workshop zu peripherer Staatlichkeit in Wien im Juli 2007, aus dem ein Band zu peripherer Staatlichkeit der Zeitschrift JEP hervorgegangen ist, sowie bei einen zweitägigen Workshop im März 2009 in Kassel unter dem Titel “Periphere Staatlichkeit – Diskussionsstand und Arbeitsperspektiven”.
Bei unseren bisherigen Treffen haben wir uns über sehr grundsätzliche Fragen verständigt, wie z.B. die Frage, in wie weit Ansätze der Dependencia oder Weltsystemtheorie als Analysewerkzeuge für die heutige Situation von Staaten außerhalb der OECD-Welt herangezogen werden können, bis hin zur Frage, ob es überhaupt Sinn macht, von “peripherer Staatlichkeit” als abgrenzbares Phänomen zu sprechen. Diese Auseinandersetzung scheint nach wie vor sehr wichtig – gleichzeitig scheint es für das weitere Vorgehen sinnvoll, einzelne Phänomene oder Teilfragen unter die Lupe zu nehmen, die sich aus unseren bisherigen Arbeiten ergeben haben.
Aus dem Diskussionsprozess ist das Programm für die Tagung “Periphere Staatlichkeit im Nord-Süd-Verhältnis” hervor gegangen, die vom 3.-5. Juni in Marburg stattgefunden hat.
Neben Podien, auf denen wir Vorträge zu konkreten Forschungsarbeiten zusammengetragen haben, haben wir im Rahmen der Tagung eine Reihe neuer Formate und methodischer Vorgehensweisen ausprobiert: Von ‘close reading’ über eine theoretische Plenumsdiskussion zu Hegemonie, einer Interaktiven Werkstatt, in der wir unsere Standpunkte aus einer postkolonialen Perspektive hinterfragen konnten, bis hin zu Intensivkursen, die zu Beginn der Tagung in theoretische Konzepte und ausgewählte Weltregionen eingeführt haben. Dabei blieb natürlich genügend Platz für persönliche Gespräche, das Knüpfen neuer Kontakte, und die Pflege alter und neuer Freundschaften.
Wir danken allen Teilnehmern der Tagung für die konstruktiven und abwechslungsreichen Diskussionen!
Tagungsprogramm (pdf)
Einzelne Texte stehen zum Download zur Verfügung:
SAMSTAG, 5. JUNI:
Podium 1: Periphere Staatlichkeit
Anna Krämer (Frankfurt): “Chancen und Grenzen der Übertragung materialistischer Staatstheorie auf den postkolonialen Kontext. Entwickelt am Fallbeispiel Kamerun” (pdf)
Yvonne Franke und Daniel Kumitz (Berlin): “Doing State: Zum Versuch, Staatlichkeit nicht (nur) von der Struktur her zu denken” (pdf)
Alke Jenss (Berlin): “Periphere Staatlichkeit und Gewaltverhältnisse: das Beispiel Kolumbien” (pdf)
Podium 2: Gramsci in der (Semi-)Peripherie
Stefan Pimmer (Wien): “Im Westen was Neues? Hegemonie und Zivilgesellschaft in Lateinamerika” (pdf)
Axel Gehring (Marburg): “Zwischen Kohärenz und Inkohärenz. Hegemonie und Regulation in der Türkei” (pdf)
Errol Babacan (Frankfurt): “Zwischen Oben und Unten. Hegemonie und Subalternität in der Türkei” (pdf)
Podium 3: Sozialpolitik in der (Semi-)Peripherie
Ingrid Wehr (Freiburg): “Exklusive lateinamerikanische Wohlfahrtsstaaten zwischen Reformdruck und Reformstau” (pdf)
Bernhard Leubolt (Wien): “Die Dialektik von Kommodifizierung und Dekommodifizierung: Conditional Cash Transfers in Brasilien” (pdf)
Anne Tittor (Kassel): “Kommodifizierung und Dekommodifizierung im Gesundheitswesen in Argentinien und El Salvador” (pdf)
Podium 4: Konstitutionalismus und Demokratie
Stefanie Wöhl (Wien): “Demokratie und globale (soziale) Rechte: Wessen politische Artikulation?” (pdf)
Almut Schilling-Vacaflor (Hamburg): “Neue Mechanismen der partizipativen Demokratie und Anerkennung von sozialen Menschenrechten: vergleichende Analyse zu den neuen Verfassungen Kolumbiens, Venezuelas, Ecuadors und Boliviens” (pdf)
Wolfram Schaffar (Hildesheim): “Die Verfassung in der Krise: Das Scheitern des liberalen Konstitutionalismus in Thailand” (pdf)
2005: Kritische Gesellschaftstheorie
Kritische Gesellschaftstheorie heute
Kritik und innerer Zusammenhang von Gegenstandsbereichen. Grundlagen und Fragestellungen einer gemeinsamen Forschungsagenda
Workshop am 15./16.4.2005 in Marburg, Geisteswissenschaftliche Institut, Wilhelm-Röpke Str. 6, B 510
Auf dem Treffen in Niederkaufungen im November 2004 kam das Bedürfnis auf, den Begriff der Kritik zu diskutieren. Dabei geht es nicht um den Begriff als solchen, sondern um konkrete Gegenstände und Gegenstandsbereiche. Für die kritische Gesellschaftstheorie ist die Kritik der politischen Ökonomie verbindliches Modell. Kritik wird in diesem Fall nicht von außen herangetragen, sie ist auch nicht moralisch, sondern entfaltet sich in der konkreten Analyse. Horkheimer formulierte hier einen großen Anspruch: die Analyse muss ein “Existenzialurteil” sein. Aber Kritik hat sich in der kritischen Gesellschaftstheorie an einer Reihe von Gegenständen zu bewähren. Also stellt sich die Frage nach den Zusammenhängen: Ökonomie und Politik, Sexismus und Rassismus, Marx und Foucault etc. Mit der Veränderung der bürgerlichen Gesellschaft verschieben sich auch die Dominanzverhältnisse zwischen diesen Gegenstandsbereichen. Dabei geht es nicht darum, diese verschiedenen Gegenstände auf ökonomische, auf Produktionsverhältnisse zu reduzieren, sondern den inneren Zusammenhang dieser verschiedenen Gegenstandsbereiche und ihr wechselndes Gewicht zu bestimmen. Damit wollen wir auch zu einer zeitdiagnostischen Diskussion beitragen.
In Niederkaufungen war überlegt und beschlossen worden, zwei Workshops zu diesen Fragen der Kritik und des gesellschaftstheoretisch zu bestimmenden Zusammenhangs der Gegenstandsbereiche durchzuführen. Der zweite Workshop wird im Oktober in Berlin stattfinden. Deswegen wird in Marburg nur eine Auswahl von Themen behandelt werden.
2005: Feministische Perspektiven
Feministische Perspektiven und Kritische Theorien
30. September bis 2. Oktober 2005
Veranstaltungsort: Werkstatt der Kulturen
Wissmannstraße 32 (U-Bahnhof Hermannstrasse, U8 und U7) 12049 Berlin
Organisation: Katharina Puehl, Isabell Lorey, Jens Winter, Achim Brunnengräber
Konzeption
Während der letzten beiden Tagungen in Niederkaufungen und in Marburg stand der Austausch über Erfordernisse, Schwierigkeiten, Inhalte und Perspektiven kritischer Wissensproduktion im Zentrum. Die Diskussionen orientierten sich an exemplarischen Frage- und Problemstellungen kritischer Gesellschaftstheorien und reflektierten unterschiedliche Zugangsweisen zur Analyse von Herrschaftsverhältnissen im Rahmen kapitalistischer Vergesellschaftung.
Dieser inhaltlich-theoretische Ansatz der AKG soll bei der Herbsttagung zum Thema „Feministische Perspektiven und Kritische Theorien” fortgesetzt werden. Gudrun Axeli Knapp wird aus der Sicht der Kritischen Theorie die aktuelle Weiterentwicklung feministischer Analyseperspektiven vorstellen: Welche Möglichkeiten und Grenzen bieten Intersektionalitäts-Ansätze, das heißt die Analyse der strukturellen Verwobenheit der Kategorien Geschlecht, Klasse und Rasse/Ethnie? Die drei anschließenden Beiträge von Isabell Lorey, Susanne Schultz und Katharina Pühl werden darauf Bezug nehmen und andere Felder neuerer feministischer Analysen zu Whiteness, Bevölkerungspolitik und Sozialpolitik im Neoliberalismus vorstellen. Mit dieser vernetzten Bezugnahme sollen unterschiedliche Zugangsweisen im Feld kritischer feministischer Theorien diskutierbar werden.
Darüber hinaus wurden in Niederkaufungen und Marburg Vorstellungen einer institutionellen und konzeptionell-programmatischen Weiterentwicklung der AKG angesprochen. Dazu gehörten Fragen nach der grundsätzlichen Struktur der AKG auf der Grundlage von Seminaren und Workshops, Vernetzungen und Arbeitsgruppen oder Jahrbüchern und Forschungsschwerpunkten. Da nach wie vor recht unterschiedliche Vorstellungen über die künftige Funktion, Struktur und Programmatik der Assoziation bestehen, sollen diese Aspekte auf der Herbsttagung in Arbeitsgruppen diskutiert werden (s.u. Informationen zur Arbeitsgruppenphase). Ziel ist es, den verschiedenen Erwartungen, Ideen und Entwürfen, die mit der AKG verknüpft werden, einen Raum zur Diskussion, Konkretisierung oder Weiterentwicklung zu bieten. Nur auf der Grundlage der Verschiedenheit der Ansätze lässt sich u.E. der übergreifende, gemeinsame (inhaltliche) Nenner der Assoziation präzisieren und die (institutionelle) Form entsprechend gestalten.
Eingerahmt wird die Tagung von der Mitgliederversammlung der AKG am Freitagabend.
Das Programm im Einzelnen:
Freitag, 30.9.05
Jahreshauptversammlung der AKG 18 - 20h
Samstag, 1.10.05
9.30 bis 10.00 Begrüßung, inhaltliche Einführung in die Tagung, Formales und Organisatorisches
10.00 bis 11.00: Axeli Knapp: „Intersectionality” - Ein kritisches Paradigma feministischer Theorie
11.15 bis 12.00 Isabell Lorey: Fetisch Körper und Weißsein statt Intersektionalität
12.00 bis 12.30 zusammenfassende Diskussion
12.30 bis 13.30 Mittagessen
13.30 bis 14.15 Susanne Schultz: Biopolitische Staatlichkeit und Intersektionalität in der internationalen Bevölkerungspolitik
14.15 bis 15.00 Katharina Pühl: Zur Gouvernementalisierung von Gender im Neoliberalismus: Kritische Einschätzungen
15.00 bis 16.00 zusammenfassende Diskussion
16.00 bis 16.30 Kaffeepause
Arbeitsgruppen
16.30 bis 17.00 Einführung und Vorstellung der Workshopkonzeption, Bildung von Arbeitsgruppen
17.15 bis 20.00 Arbeitsgruppen nach Themenvorschlägen
- Bestimmung der Vorgehensweisen bzw. Arbeitsformen
- Selbststrukturierte Arbeit
- Zusammenfassung der Ergebnisse
ab 20.00 gemeinsames Abendessen und Kneipentreffen
Sonntag, 2.10.05
9.30 bis 11.30 Präsentation und Diskussion der Arbeitsergebnisse im Plenum, Perspektiven für die zukünftige Arbeit der Assoziation
Feedback / kurze Evaluation der Tagung
Wichtige Informationen zur Arbeitsgruppenphase
In den Arbeitsgruppen können sowohl inhaltliche Fragen wie konzeptionellprogrammatische oder institutionelle Fragen der Assoziation behandelt werden. Neuen Projektideen, inhaltlichen Interessen oder Programmentwürfen (Jahrbuch, Forschungsprogramm etc.) soll Raum zur Entfaltung gegeben werden.
Ziel ist es, die unterschiedlichen Interessen, Kräfte und somit das Potenzial der AKG zu bestimmen und gegebenenfalls auch effektiver bündeln zu können.
Für die Arbeitsgruppenphase bitten wir schon im Vorfeld der Tagung ausdrücklich darum, dass bereits bestehende Gruppen oder auch Einzelpersonen, die zu bestimmten Themen arbeiten (oder arbeiten wollen), Themenvorschläge für vertiefte Arbeitsgruppendiskussionen einbringen. Überdies fordern wir auch dazu auf, uns ein mögliches Interesse an Vorbereitung und Moderation einer Arbeitsgruppe mitzuteilen.
Mögliche Themen - grob unterteilt nach konzeptionell-programmatischen oder inhaltlichen Themen - wären:
Konzeptionell-programmatisch:
• Allgemeine politische Ausrichtung und künftige Institutionalisierung der AKG (Verein, Stiftung, Forschungsinstitut, Zusammenarbeit zwischen den Workshops, Stichwort: Kontinuität)
• Möglichkeiten einer Forschungsagenda
• Konzeptionalisierung eines Jahrbuchs
• Außendarstellung (Öffentlichkeitsarbeit/Publikationen/Austauschforen/ Internetpräsenz/Externe Vernetzung), Notwendigkeit bzw. Formen der politischen Intervention
Inhaltlich:
• Verhältnis verschiedener Herrschaftsformen und deren Analyse in kritischen Theorien
• Kritische Theorie des Raums im Postfordismus, Artikulation von Subjektivierungsweisen, Hegemonie und Alltagsverhältnisse
• Verhältnis nationaler und internationaler Theorien
• Nord-Süd-Perspektive
• Diskussion aktueller Entwicklungen / Zeitdiagnosen politische Interventionsperspektiven
2008: 5 Jahre AkG
Einladung: Herbsttagung der Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung
Die AkG - der nächste 5-Jahresplan: Theorie, Struktur und Methode
31. Oktober - 2. November 2008, Frankfurt
Bei unserer Tagung wollen wir auf die ersten 5 Jahre unserer Arbeit zurückblicken und unsere weitere Arbeit planen. Dabei wollen wir uns Zeit nehmen, Problemfelder zu bearbeiten, die sich im Verlauf der vergangenen Jahre herauskristallisiert haben:
Tagungsprogramm (.pdf)
Bestandsaufnahme: Wo stehen wir? Welche Erfahrungen haben wir in den letzten Jahren gemacht?
Bei unseren letzten Treffen sowie am Rande der Tagung zu Staatstheorie in Wien wurde vielfach geäußert, die Situation derer, die kritischen Theorie betreiben, habe sich im Vergleich zum Zustand vor 5 Jahren geändert. Einige Mitglieder der Assoziation haben (wider Erwarten) Jobs an Universitäten und anderen wissenschaftlichen Institutionen gefunden. Trotzdem für einige von uns dadurch die Möglichkeit entstanden ist, weiter wissenschaftlich zu arbeiten, bedeutet diese Entwicklung keine qualitative Wende. Vielmehr schafft die Tatsache, dass die meisten von uns nur befristete Verträge haben und über Deutschland, Österreich und die Schweiz verstreut arbeiten, neue Probleme für die Fortführung unserer Diskussions- und Forschungszusammenhänge. Damit verknüpft ist auch die Frage, in wie weit kritische Theorie überhaut an Universitäten betrieben werden kann/soll/muss, und wie kritische Wissenschaft außerhalb der Universitäten betrieben und in der AkG systematisch berücksichtigt werden kann.
Organisationsstruktur der AkG
Seit Gründung der AkG begleiten uns eine Reihe von Fragen zu unserer Organisationsstruktur - allem voran die Frage, ob wir ein Institut gründen sollen oder in einer anderen Organisationsform unsere Diskussionen weiter führen können. Mittlerweile organisiert die AkG sehr erfolgreich Tagungen, deren Ergebnisse in Tagungsbänden festgehalten werden. Unsere Mailing-Liste erreicht über 100 kritische WissenschaflterInnen im deutschsprachigen Raum, und der AkG-Verein zählt über 30 Mitglieder. Wie können wir die AkG weiter entwickeln?
Inhaltliche Verortung der AkG
Nach fünf Jahren können wir auf ein umfangreiches Spektrum an Themen zurückblicken, die wir in Form von Tagungen diskutiert und in Tagungsbänden festgehalten haben. Themenvorschläge wurden von einem zum nächsten Treffen diskutiert und ergaben sich meist aus den Arbeitszusammenhängen der aktiven Mitglieder der AkG. Zu welchen Themen arbeiten wir / wollen wir in Zukunft arbeiten? Wie schaffen wir es, eine Kontinuität zwischen den Tagungen zu stiften?
Programm
Freitag, 31. Oktober, Abend
Ort: Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI), Kettenhofweg 130
17:00 Anreise
18:00 Einführung in das Programm
Was soll die Tagung?
19:00 Vortrag Friedrike Habermann: „Hegemonie, Identität und Emanzipation”
Immer wieder wird beklagt, dass Kapitalismus, Sexismus, Rassismus und andere Herrschaftsverhältnisse als unverbunden in der Analyse erscheinen - wenn sie denn überhaupt gemeinsam in die Analyse einbezogen werden. Mit der ´subjektfundierten Hegemonietheorie´ wird ein Ansatz skizziert, der - aufbauend auf Antonio Gramscis Hegemoniebegriff und in Erweiterung durch postmarxistische, postfeministische und postkoloniale Ansätze - von der Verwobenheit aller Herrschaftsformen ausgeht. Dabei wird deutlich, dass sowohl Identitäten als auch der gesellschaftliche Kontext nicht unabhängig davon gedacht werden können.
Samstag, 1. November, Vormittag
Ort: IPC-Cafe im Turm, Robert-Mayer-Str. 5, 27. Stock (Ortswechsel!)
9:30h -12.30h
Teil I: Bestandsaufnahme
Beitrag “Stand der kritischen Gesellschaftsforschung”
Diskussion: Wo stehen wir? Aussprache auf der Grundlage der eigenen Situation / Erfahrung der letzten fünf Jahre
- Viele haben Stellen bekommen, allerdings geographisch sehr verstreut.
- Die meisten Anstellungen sind befristet oder in anderer Hinsicht prekär.
- Zustand der kritischen Gesellschaftsforschung außerhalb der Universität?
Gleichzeitig hat sich der Raum für kritische Theorie nicht substanziell erweitert: Trotzdem viele jüngere Mitglieder über Stipendien ihre Dissertation finanzieren können, bleibt die Verunsicherung - sowohl, was die Zeit nach der Promotion anbelangt, als auch was die Promotionsphase selbst angeht. Ein ähnlicher Befund gilt für die, die auf zeitliche befristeten Stellen an der ein oder andere Universität gekommen sind, und möglicherweise sogar für die, die eine Professur bekommen haben.
Für die meisten von uns bewirkt die Verunsicherung, dass wir es kaum schaffen, über längere Zeit an einem Thema zusammenhängend zu arbeiten.
Mittagspause
Samstag Nachmittag
Teil II: Organisation, Vernetzung und inhaltliche Verortung der AkG
14.00 / 14.30h (je nach Ablauf des Vormittagsprogramms) bis 19:00h
Beitrag: Lobrede auf die AkG. (Wolfram Schaffar)
Strukturierte Diskussion zu drei Themenblöcken:
1) Institutionalisierung der AkG (Input von Wolfram Schaffar)
Präsentation der Idee einer AkG-Koordinierungsstelle, die halbjährlich neu besetzt wird und deren Inhalt sein soll, eine AkG-Tagung vorzubereiten, den Tagungsband fertigzustellen, etc.
2) Vernetzung (Input von Lars Bretthauer/Daniel von Fromberg)
- Vernetzung der AkG intern (Einschätzung der Homepage und der dort geleisteten Vernetzung)
- Vernetzung mit anderen Initiativen (BdWi, reflect!, attac Wissenschaftlicher Beirat, RLS, Loccumer Initiative, Forum kritische Wissenschaft, Heidelberg u.a.)
3) Planung der kommenden Tagungen (Input von Michael Bruch)
- Welche Tagungen sind in der Planung?
- Wie wollen wir in Zukunft Tagungen planen?
- Wie kann eine inhaltliche Kontinuität auch zwischen den Tagungen erreicht werden?
Zu jedem Themenblock soll es einen kurzen Input geben (10 Minuten),
danach eine strukturierte Diskussion (etwa 60 Minuten), die in konkrete Arbeitsaufträge an einzelne oder an zu gründende Arbeitsgruppen mündet.
Vorabend
Vereinssitzung der AkG e.V. (ca. 30 Minuten)
Tagesordnung und Einladung wird fristgerecht an die Vereinsmitglieder verschickt.
Abend
Feierlicher Festakt “Fünf Jahre AkG”
Sonntag, 2. November, Vormittag
Teil III: Arbeitsfrühstück zur Umsetzung der Absprachen von Samstag
- Treffen der AkG-Arbeitszusammenhänge, die eine inhaltliche Tagung für kommendes Jahr planen (Recht, periphäre Staatlichkeit. …)
- Planung der weiteren Schritte zur Einrichtung einer Koordinationsstelle (falls so beschlossen)
- Planung der weiteren Vernetzung der AkG (je nach Beschlusslage…)
- Treffen der Redaktionsgruppen der Tagungsbände (falls nötig)
2008: Umkämpfte Arbeit
Tagung „Umkämpfte Arbeit”
Die Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung (AKG) und die PROKLA - Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft veranstalten gemeinsam eine Tagung, die die aktuellen Veränderungen der Erwerbsarbeit und die Kämpfe um diese zum Gegenstand hat.
Als Vorlage für die Tagungsdiskussionen dient die bereits im März 2008 erschienene Prokla 150 “Umkämpfte Arbeit”.
Termin: 16.-18.5.2008; Ort: ver.di Bundesverwaltung, Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin.
Anfahrtshinweise werden auf der WebSite http://www.prokla.de erscheinen. Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Wir bitten um Anmeldung bis zum 30.04.2008 per E-Mail an: Thomas Sablowski
Freitag
1600-1645 „Umkämpfte Arbeit”; Martin Kronauer, Thomas Sablowski, Gregor Zattler (PROKLA-Redaktion, Assoziation für kritische Gesellscaftsforschung)
1645-1745 „Prekarisierung und Normalarbeitsverhältnis. Kritische Anmerkungen zu einer aktuellen Debatte”; Stefanie Hürtgen (Akademie der Arbeit, Frankfurt/M.)
1800-1900 „Leistungspolitik und Herrschaft”; Wolfgang Menz (ISF München)
1915-2015 „Variable Entlohnung und ihre Auswirkungen”; Nadine Müller (TU Chemnitz)
Samstag
1000-1100 „Betriebsnahe Tarifpolitik heute”; Mario Candeias (Rosa-Luxemburg-Stiftung)
1100-1200 „Repressive Integration und ‚verrückte Kämpfe’ im prekären Dienstleistungsbereich”; Ingrid Artus (TU München)
1330-1600 Arbeitsgruppen
Arbeitsgruppe 1: Gewerkschaften und Arbeitskämpfe: Prekäre Repräsentation
„Das Verhältnis von Arbeitern und Gewerkschaften in den Arbeitskämpfen der Vergangenheit”; Peter Birke (Universität Hamburg)
„Rassistische Spaltung der Lohnabhängigen und Arbeitskämpfe der MigrantInnen”; Manuela Bojadžijev (University of London)
Arbeitsgruppe 2: Kämpfe um Lohn und Arbeitszeit
„Handlungsbedingungen und Perspektiven aktueller gewerkschaftlicher Verteilungskämpfe”; Gabriele Sterkel (ver.di /Tarifpolitische Grundsatzabteilung)
„Der Kampf um Arbeitszeit und Lohn aus feministischer Perspektive”; Alexandra Scheele (Universität Potsdam)
„Handlungsbedingungen der Gewerkschaften in der Defensive”; Sophie Jänicke, Hilde Wagner (IG Metall Vorstand / FB Tarifpolitik)
1630-1800 „Zur Kritik kritischer Sozialwissenschaft - am Beispiel der PROKLA 150 ‚Umkämpfte Arbeit’”; Mario Candeias (Redaktion „Das Argument”), Slave Cubela (Redaktion „express - Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit”), Christoph Lieber (Redaktion „Sozialismus”)
Sonntag
1000-1100 „Der Konflikt Bahn vs. GDL und das Problem der Tarifeinheit”; Rudi Schmidt (Universität Jena)
1115-1315 „Wie können Lohnabhängige und Gewerkschaften auf die Internationalisierung des Kapitals reagieren?” - Podiumsdiskussion mit Stefanie Hürtgen (Akademie der Arbeit, Frankfurt/M.), Wolfgang Schaumberg (Gruppe „Gegenwehr ohne Grenzen”,Bochum), Thomas Greven (FU Berlin)
Zu den Veranstaltern:
Die Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung (AKG) besteht seit 2003 und dient der Vernetzung kritischer SozialwissenschaftlerInnen im deutschsprachigen Raum. Ausgangspunkt ihrer Gründung war die Verschlechterung der Bedingungen kritischer Theorieproduktion an Hochschulen und Forschungseinrichtungen und die Suche nach neuen Wegen, um die Reproduktion und Weiterentwicklung kritisch-materialistischer Forschung zu gewährleisten.
Die „PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft” wird seit 1971 von der „Vereinigung zur Kritik der politischen Ökonomie e.V.” herausgegeben und behandelt Themen aus den Bereichen der Politischen Ökonomie, der Politik, Sozialgeschichte und Soziologie.
Das aktuelle Heft PROKLA 150 „Umkämpfte Arbeit” ist auch Gegenstand der Tagung und kann über die WebSite der Zeitschrift http://www.prokla.de bestellt werden.
Aus dem Inhalt:
• Ingrid Artus: Prekäre Vergemeinschaftung und verrückte Kämpfe. Repressive Integration als Herrschaftsmodus im prekären Dienstleistungsbereich
• Nick Kratzer, Wolfgang Menz, Sarah Nies, Dieter Sauer: Leistungspolitik als Feld „umkämpfter Arbeit”
• Christoph Hermann: Kampf um Arbeitszeit - Ein Überblick
• Ingo Matuschek, Frank Kleemann, G. Günter Voß: Subjektivierte Taylorisierung als Beherrschung der Arbeitsperson
• Mario Candeias: Die neuen Solo-Selbständigen zwischen Unternehmergeist und Prekarität
• Robert Hinke: „Eastanizing”. Gewerkschaftliche Herausforderungen in Ostdeutschland
• Sophie Jänicke, Kay Ohl, Hilde Wagner: Es wird Zeit! - Ansätze einer neuen Arbeitszeitdebatte in der IG Metall
Außerhalb des Schwerpunkts
• Martin Beckmann: Die Rolle von Finanzinvestoren beim Umbau der deutschen Ökonomie Repliken
• Raimund Feld: Replik auf Kolja Lindner “Soziale Bewegungen und autoritärer Populismus. Proteste und Präsidentschaftswahlen in Frankreich”, in PROKLA 148, September 2007
• Klaus Lederer: Replik zum Artikel von Henrik Lebuhn Sozialräumliche Konflikte in der unternehmerischen Stadt. Eine Berliner Fallstudie, in PROKLA 149, Dezember 2007
• Henrik Lebuhn: Erwiderung auf Klaus Lederers Einspruch
2007: Staatstheorie
Staatstheorie vor neuen Herausforderungen:
Feministische Kritik, Internationalisierung & Migration
Tagung vom 13. bis 15. April 2007, Frankfurt am Main
»Ich glaube, daß es niemals in der Geschichte der menschlichen Gesellschaften [...] eine so verwickelte Kombination von Individualisierungstechniken und Totalisierungsverfahren innerhalb ein und derselben politischen Struktur gegeben hat.« (Michel Foucault über den modernen Staat)
2006: Organisation, soziale Bewegungen und Hegemonie
Organisation, soziale Bewegungen und Hegemonie
oder
Ist die AKG ein „Arbeitergesangsverein”?
Programm für die Frühjahrstagung der AKG vom 21. April bis 23. April 2006
im Allerweltshaus in Köln (Körnerstr. 77-79 / www.allerweltshaus.de)
„Ein Mensch, der täglich gewohnt ist, gewaltige Empfindungen aus seiner Brust durch seinen Kehlkopf herausströmen zu lassen, ohne irgendeine Beziehung zu seinem Handeln, ohne daß also die adäquate Abreaktion dieses ausgedrückten mächtigen Gefühls in entsprechenden mächtigen Handlungen erfolgt, und das ist ein Wesen der Gesangsvereinskunst, das wird ein ‚guter Staatsbürger’ im passiven Sinne des Wortes. Es ist kein Wunder, daß die Monarchen eine so große Vorliebe für derartige Veranstaltungen haben. ‚Wo man singt, da laß dich ruhig nieder’. Große, starke Leidenschaften und starkes Handeln fehlen da”. (Max Weber)
Die Organisationsfrage war für emanzipatorische Politik sowie für kritische Theorie immer zentral, ist aber nie explizit als Herrschaftsprojekt hinterfragt worden. Die Tagung problematisiert Organisation als hegemoniales Projekt der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft, das spezifische Formen von Rationalität, Inklusions- und Exklusionsmechanismen, eines bestehenden Geschlechterverhältnisses, Selbst- und Fremdführungspraktiken etc. produziert und erweitert.
2009: Krise ohne Alternative?
Am 3. und 4. Juli 2009 tagte die AKG gemeinsam mit dem Renner-Institut in Wien unter der Fragestellung ‘Krise ohne Alternative?’.
Ein Tagungsbericht folgt in Kürze…
Programm (pdf)
2007: Kritische IPÖ
Kritische Internationale Politische Ökonomie: Theoretische und empirische Herausforderungen
Tagung am 21.-23.09.07 an der Universität Kassel (Neuer Senatssaal)
Die Internationale Politische Ökonomie (IPÖ) befasst sich mit der Vermittlung von ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen im Kontext inter- bzw. transnationaler Umbrüche. Im Zuge der Globalisierung hat sie in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Nicht nur ÖkonomInnen und PolitikwissenschaftlerInnen, auch viele HistorikerInnen, GeographInnen und WissenschaftlerInnen aus anderen sozialwissenschaftlichen Disziplinen beteiligen sich an den hierbei aufbrechenden Kontroversen. Vereinfacht gesprochen, lassen sich die meisten Beiträge entweder einer marktliberal-institutionalistischen oder aber kritisch-heterodoxen IPÖ zurechnen.
Auf dem Workshop soll zum einen theoretisch reflektiert werden, inwiefern die kritisch-heterodoxe IPÖ einen wichtigen Beitrag für die Weiterentwicklung einer kritischen bzw. historisch-materialistischen Gesellschaftstheorie leisten kann. Zum anderen soll aber auch gegenstandsbezogen, also empirisch diskutiert werden, ob sich die in der internationalen politischen Ökonomie abzeichnenden Machtverschiebungen - so vor allem der Aufstieg der sog. „BRIC-Staaten” (Brasilien, Russland, Indien und China) - neue Krisenprozesse in Gang setzen, aber auch neue Gestaltungsoptionen für progressive Bewegungen eröffnen. So betrachtet untergliedert sich der Workshop in zwei größere Themenblöcke.
Programm
Freitag, 21.09.07
13.00-19.30 Theoretische Konzeptionen, Fragestellungen und Analyseraster der kritischen IPÖ
13.00-13.30 Begrüßung und Einführung von Caren Kunze (Kassel), Uli Brand (Wien)
13.30-14.30 Analyseperspektiven der IPÖ: Leo Bieling (Marburg)
Kaffeepause
15.00-16.00 Soziologische Perspektiven auf die IPÖ-Diskussion: Klaus Dörre (Jena)
16.00-17.00 Cultural Political Economy: Joscha Wullweber (Hamburg)
Kaffeepause
17.15-18.15 Die internationale politische Ökonomie der TNKs aus kritischer Sicht: Hartwig Hummel (Düsseldorf)
Offene Diskussion
19.00-20.00
Thematische Arbeitsgruppen
* IPÖ in der Lehre
* Was ist kritisch an der IPÖ?
* Periphere Staatlichkeit (Ilker Atac, Katharina Lenner, Wolfram Schaffar)
* Weitere Vorschläge (ad hoc oder bis Anfang September Bescheid geben)
Gemeinsames Abendessen
Samstag, 22.09.07
9.00-13.30 Transformation der Nord-Süd-Beziehungen in der internationalen politischen Ökonomie
9.00-9.30 Berichte aus den AGs
9.30-10.30 Anregungen einer postmodernen IPÖ: Christoph Scherrer (Kassel)
Kaffeepause
10.45-11.45 Erweiterter globaler Konstitutionalismus: Eva Hartmann (Lausanne)
11.45-12.45 Indien in der int. politischen Ökonomie: John Neelsen (Tübingen)
Mittagspause
14.00-15.00 China in der int. politischen Ökonomie: Stefan Schmalz (Kassel)
15.00-16.00 Lateinamerika in der internationalen politischen Ökonomie: Miriam Heigl(München) und Ingo Malcher (Berlin)
16.15-17.15 Abschlussdiskussion: Die BRIC-Staaten in der internationalen politischen Ökonomie
17.30-19.00 Organisatorisches - Perspektiven der AKG
Sonntag, 23.09.07
9.00-13.00 Diskussion über die Konkretisierung des Arbeitsprogramms der AKG (Buchreihe, Jahresband etc. ???)
Anmeldung und AG-Vorschläge über Caren Kunze
2007: Subjektivität
Krise und Veränderung der Subjektivität im transnationalen Kapitalismus
Tagung von 23.-25.11.07 in der Hellen Panke (Kopenhagenerstr.9, 10437 Berlin)
Gemeinsame Veranstaltung von Helle Panke, Assoziation kritische Gesellschaftsforschung und Loccumer Initiative
Das Subjekt wird mit den Mustern einer neoliberal reorganisierten Kapitalverwertung einer Vielzahl von neuen Anforderungen ausgesetzt. Unsicherheit der Beschäftigung und der Daseinsvorsorge, diskontinuierliche Biografien, schneller Wechsel der Tätigkeiten, Bereitschaft zum ständig neuen Lernen und Vergessen des einmal Erworbenen, Arbeitszeiten, die ihrer Verteilung und dem Quantum nach ein Privatleben tendenziell verunmöglichen, die Selbstvorsorge. Die Entwicklung hin zur Ich-AG, zum Unternehmer seiner selbst in vielen Bereichen des Alltags ist vielfach als neue Subjektpositionierung beschrieben worden. Es scheint sich ein homo oeconomicus zu entwickeln, für den sämtliche zeitlichen, sozialen und räumlichen Aspekte seines Lebens in der Arbeit aufgehen, der mit der Arbeit vollständig identifiziert ist; selbst die fragwürdige Unterscheidung von Arbeit und Freizeit wird noch eingezogen.
Unterseiten
- 2005: Kritische Gesellschaftstheorie
- 2005: Feministische Perspektiven
- 2006: Organisation, soziale Bewegungen und Hegemonie
- 2007: Staatstheorie
- 2007: Kritische IPÖ
- 2007: Subjektivität
- 2008: Umkämpfte Arbeit
- 2008: 5 Jahre AkG
- 2009: Krise ohne Alternative?
- 2010: Periphere Staatlichkeit im Kontext globaler Kräfteverhältnisse
