2005: Feministische Perspektiven

Feministische Perspektiven und Kritische Theorien

30. September bis 2. Oktober 2005

Veranstaltungsort: Werkstatt der Kulturen

Wissmannstraße 32 (U-Bahnhof Hermannstrasse, U8 und U7) 12049 Berlin

Organisation: Katharina Puehl, Isabell Lorey, Jens Winter, Achim Brunnengräber

Konzeption

Während der letzten beiden Tagungen in Niederkaufungen und in Marburg stand der Austausch über Erfordernisse, Schwierigkeiten, Inhalte und Perspektiven kritischer Wissensproduktion im Zentrum. Die Diskussionen orientierten sich an exemplarischen Frage- und Problemstellungen kritischer Gesellschaftstheorien und reflektierten unterschiedliche Zugangsweisen zur Analyse von Herrschaftsverhältnissen im Rahmen kapitalistischer Vergesellschaftung.

Dieser inhaltlich-theoretische Ansatz der AKG soll bei der Herbsttagung zum Thema „Feministische Perspektiven und Kritische Theorien” fortgesetzt werden. Gudrun Axeli Knapp wird aus der Sicht der Kritischen Theorie die aktuelle Weiterentwicklung feministischer Analyseperspektiven vorstellen: Welche Möglichkeiten und Grenzen bieten Intersektionalitäts-Ansätze, das heißt die Analyse der strukturellen Verwobenheit der Kategorien Geschlecht, Klasse und Rasse/Ethnie? Die drei anschließenden Beiträge von Isabell Lorey, Susanne Schultz und Katharina Pühl werden darauf Bezug nehmen und andere Felder neuerer feministischer Analysen zu Whiteness, Bevölkerungspolitik und Sozialpolitik im Neoliberalismus vorstellen. Mit dieser vernetzten Bezugnahme sollen unterschiedliche Zugangsweisen im Feld kritischer feministischer Theorien diskutierbar werden.

Darüber hinaus wurden in Niederkaufungen und Marburg Vorstellungen einer institutionellen und konzeptionell-programmatischen Weiterentwicklung der AKG angesprochen. Dazu gehörten Fragen nach der grundsätzlichen Struktur der AKG auf der Grundlage von Seminaren und Workshops, Vernetzungen und Arbeitsgruppen oder Jahrbüchern und Forschungsschwerpunkten. Da nach wie vor recht unterschiedliche Vorstellungen über die künftige Funktion, Struktur und Programmatik der Assoziation bestehen, sollen diese Aspekte auf der Herbsttagung in Arbeitsgruppen diskutiert werden (s.u. Informationen zur Arbeitsgruppenphase). Ziel ist es, den verschiedenen Erwartungen, Ideen und Entwürfen, die mit der AKG verknüpft werden, einen Raum zur Diskussion, Konkretisierung oder Weiterentwicklung zu bieten. Nur auf der Grundlage der Verschiedenheit der Ansätze lässt sich u.E. der übergreifende, gemeinsame (inhaltliche) Nenner der Assoziation präzisieren und die (institutionelle) Form entsprechend gestalten.

Eingerahmt wird die Tagung von der Mitgliederversammlung der AKG am Freitagabend.

Das Programm im Einzelnen:

Freitag, 30.9.05

Jahreshauptversammlung der AKG 18 - 20h

Samstag, 1.10.05

9.30 bis 10.00 Begrüßung, inhaltliche Einführung in die Tagung, Formales und Organisatorisches

10.00 bis 11.00: Axeli Knapp: „Intersectionality” - Ein kritisches Paradigma feministischer Theorie

11.15 bis 12.00 Isabell Lorey: Fetisch Körper und Weißsein statt Intersektionalität

12.00 bis 12.30 zusammenfassende Diskussion

12.30 bis 13.30 Mittagessen

13.30 bis 14.15 Susanne Schultz: Biopolitische Staatlichkeit und Intersektionalität in der internationalen Bevölkerungspolitik

14.15 bis 15.00 Katharina Pühl: Zur Gouvernementalisierung von Gender im Neoliberalismus: Kritische Einschätzungen

15.00 bis 16.00 zusammenfassende Diskussion

16.00 bis 16.30 Kaffeepause

Arbeitsgruppen

16.30 bis 17.00 Einführung und Vorstellung der Workshopkonzeption, Bildung von Arbeitsgruppen

17.15 bis 20.00 Arbeitsgruppen nach Themenvorschlägen

- Bestimmung der Vorgehensweisen bzw. Arbeitsformen

- Selbststrukturierte Arbeit

- Zusammenfassung der Ergebnisse

ab 20.00 gemeinsames Abendessen und Kneipentreffen

Sonntag, 2.10.05

9.30 bis 11.30 Präsentation und Diskussion der Arbeitsergebnisse im Plenum, Perspektiven für die zukünftige Arbeit der Assoziation

Feedback / kurze Evaluation der Tagung

Wichtige Informationen zur Arbeitsgruppenphase

In den Arbeitsgruppen können sowohl inhaltliche Fragen wie konzeptionellprogrammatische oder institutionelle Fragen der Assoziation behandelt werden. Neuen Projektideen, inhaltlichen Interessen oder Programmentwürfen (Jahrbuch, Forschungsprogramm etc.) soll Raum zur Entfaltung gegeben werden.

Ziel ist es, die unterschiedlichen Interessen, Kräfte und somit das Potenzial der AKG zu bestimmen und gegebenenfalls auch effektiver bündeln zu können.

Für die Arbeitsgruppenphase bitten wir schon im Vorfeld der Tagung ausdrücklich darum, dass bereits bestehende Gruppen oder auch Einzelpersonen, die zu bestimmten Themen arbeiten (oder arbeiten wollen), Themenvorschläge für vertiefte Arbeitsgruppendiskussionen einbringen. Überdies fordern wir auch dazu auf, uns ein mögliches Interesse an Vorbereitung und Moderation einer Arbeitsgruppe mitzuteilen.

Mögliche Themen - grob unterteilt nach konzeptionell-programmatischen oder inhaltlichen Themen - wären:

Konzeptionell-programmatisch:

• Allgemeine politische Ausrichtung und künftige Institutionalisierung der AKG (Verein, Stiftung, Forschungsinstitut, Zusammenarbeit zwischen den Workshops, Stichwort: Kontinuität)

• Möglichkeiten einer Forschungsagenda

• Konzeptionalisierung eines Jahrbuchs

• Außendarstellung (Öffentlichkeitsarbeit/Publikationen/Austauschforen/ Internetpräsenz/Externe Vernetzung), Notwendigkeit bzw. Formen der politischen Intervention

Inhaltlich:

• Verhältnis verschiedener Herrschaftsformen und deren Analyse in kritischen Theorien

• Kritische Theorie des Raums im Postfordismus, Artikulation von Subjektivierungsweisen, Hegemonie und Alltagsverhältnisse

• Verhältnis nationaler und internationaler Theorien

• Nord-Süd-Perspektive

• Diskussion aktueller Entwicklungen / Zeitdiagnosen politische Interventionsperspektiven


Search

 

Die Assoziation...

für kritische Gesellschaftsforschung (AkG) hat sich im Juni 2004 als offener Zusammenschluss von Sozialwissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern aus dem deutschsprachigen Raum (Deutschland, Schweiz, Österreich) gegründet. Schwerpunkt der gemeinsamen Arbeit ist die Diskussion gesellschaftskritischer Theorieansätze, deren Reproduktion und Weiterentwicklung in Zeiten ihrer zunehmenden Marginalisierung an den Hochschulen gesichert werden soll.