2005: Kritische Gesellschaftstheorie

Kritische Gesellschaftstheorie heute

Kritik und innerer Zusammenhang von Gegenstandsbereichen. Grundlagen und Fragestellungen einer gemeinsamen Forschungsagenda

Workshop am 15./16.4.2005 in Marburg, Geisteswissenschaftliche Institut, Wilhelm-Röpke Str. 6, B 510

Auf dem Treffen in Niederkaufungen im November 2004 kam das Bedürfnis auf, den Begriff der Kritik zu diskutieren. Dabei geht es nicht um den Begriff als solchen, sondern um konkrete Gegenstände und Gegenstandsbereiche. Für die kritische Gesellschaftstheorie ist die Kritik der politischen Ökonomie verbindliches Modell. Kritik wird in diesem Fall nicht von außen herangetragen, sie ist auch nicht moralisch, sondern entfaltet sich in der konkreten Analyse. Horkheimer formulierte hier einen großen Anspruch: die Analyse muss ein “Existenzialurteil” sein. Aber Kritik hat sich in der kritischen Gesellschaftstheorie an einer Reihe von Gegenständen zu bewähren. Also stellt sich die Frage nach den Zusammenhängen: Ökonomie und Politik, Sexismus und Rassismus, Marx und Foucault etc. Mit der Veränderung der bürgerlichen Gesellschaft verschieben sich auch die Dominanzverhältnisse zwischen diesen Gegenstandsbereichen. Dabei geht es nicht darum, diese verschiedenen Gegenstände auf ökonomische, auf Produktionsverhältnisse zu reduzieren, sondern den inneren Zusammenhang dieser verschiedenen Gegenstandsbereiche und ihr wechselndes Gewicht zu bestimmen. Damit wollen wir auch zu einer zeitdiagnostischen Diskussion beitragen.

In Niederkaufungen war überlegt und beschlossen worden, zwei Workshops zu diesen Fragen der Kritik und des gesellschaftstheoretisch zu bestimmenden Zusammenhangs der Gegenstandsbereiche durchzuführen. Der zweite Workshop wird im Oktober in Berlin stattfinden. Deswegen wird in Marburg nur eine Auswahl von Themen behandelt werden.




Search

 

Die Assoziation...

für kritische Gesellschaftsforschung (AkG) hat sich im Juni 2004 als offener Zusammenschluss von Sozialwissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern aus dem deutschsprachigen Raum (Deutschland, Schweiz, Österreich) gegründet. Schwerpunkt der gemeinsamen Arbeit ist die Diskussion gesellschaftskritischer Theorieansätze, deren Reproduktion und Weiterentwicklung in Zeiten ihrer zunehmenden Marginalisierung an den Hochschulen gesichert werden soll.