2006: Organisation, soziale Bewegungen und Hegemonie

Organisation, soziale Bewegungen und Hegemonie
oder
Ist die AKG ein „Arbeitergesangsverein”?

Programm für die Frühjahrstagung der AKG vom 21. April bis 23. April 2006
im Allerweltshaus in Köln (Körnerstr. 77-79 / www.allerweltshaus.de)

„Ein Mensch, der täglich gewohnt ist, gewaltige Empfindungen aus seiner Brust durch seinen Kehlkopf herausströmen zu lassen, ohne irgendeine Beziehung zu seinem Handeln, ohne daß also die adäquate Abreaktion dieses ausgedrückten mächtigen Gefühls in entsprechenden mächtigen Handlungen erfolgt, und das ist ein Wesen der Gesangsvereinskunst, das wird ein ‚guter Staatsbürger’ im passiven Sinne des Wortes. Es ist kein Wunder, daß die Monarchen eine so große Vorliebe für derartige Veranstaltungen haben. ‚Wo man singt, da laß dich ruhig nieder’. Große, starke Leidenschaften und starkes Handeln fehlen da”. (Max Weber)

Die Organisationsfrage war für emanzipatorische Politik sowie für kritische Theorie immer zentral, ist aber nie explizit als Herrschaftsprojekt hinterfragt worden. Die Tagung problematisiert Organisation als hegemoniales Projekt der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft, das spezifische Formen von Rationalität, Inklusions- und Exklusionsmechanismen, eines bestehenden Geschlechterverhältnisses, Selbst- und Fremdführungspraktiken etc. produziert und erweitert.

Mit der ‚Kritik der Organisation’ gilt es aber auch alternative Kooperationsweisen herauszuarbeiten. Soziale Bewegungen versuchten immer wieder, sich „anders zu organisieren” und formulierten dabei eine Kritik an verschiedenen Formen der Organisation (Parteikritik, Gewerkschaftskritik, Bürokratiekritik etc.). Wo finden sich also konkrete Gegenentwürfe zu Organisation? Diese Frage behandeln wir zum einen aus einer historischen Perspektive, wobei der Blick auf Organisationskritiken sowie theoretische und praktische Gegenentwürfe gerichtet ist. Zum anderen betrachten wir internationale zeitgenössische soziale Bewegungen, die ausgehend von einer Organisationskritik versuchen, Gegen-Hegemonie zu erlangen.

Wenn sich die AKG als gegen-hegemoniales Projekt versteht, ist auch für uns die Frage der Organisation relevant und hat sich bereits - wie sich an der Debatte um die Zukunftswerkstatt zeigte oder in dem Anspruch der „Assoziation” zum Ausdruck kommt - manifestiert. Wie können also andere, alternative Formen und Räume der Kooperation, gesellschaftlicher Partizipation und Transformation gefunden werden?

Tagungsablauf

Freitag, 21. April 2006

Ab 19.00: Von Spießen und Stangen und Wahrheit - Operaismus eine Collage.
Felix Klopotek, Malte Meyer, Christian Frings, Rainer Berger

Samstag, 22. April 2006

ab 9.00 Aufwärmen & Einsingen, Kaffee &Tee
9.30 - 10.00 Einleitende Erzählung zum Tagungsablauf - Cecil Arndt
10.00 - 11.30 Organisation als Regierung: Zur Hegemonie eines bürgerlichen Projekts
Michael Bruch
Moderation: Wolfram Schaffar
11.30 - 12.00 Kaffee & Teepause
12.00 - 13.30 Organisation, Autonomie und Demokratie
Peter Scheiffele und Bettina Lösch
Moderation: Susanne Spindler
13.30 - 14.30 Mittagspause
14.30 - 16.00 Organisationsfrage und InternationalismusWolfram Schaffar und Oliver PyeModeration: Susanne Spindler
16.00 - 16.30 Kaffee & Teepause
ab 16.30 Uhr Abschlussplenum
ab ca. 20.00 Abendessen in Köln-Ehrenfeld

Sonntag, 23. April 2006

9.30 - 11.00 AG Treffen etc.
11.00 - 14.00 Vereinssitzung (Tagesordnung folgt!)


Allgemeine Informationen:

Da die Räumlichkeiten begrenzten Platz bieten, bitten wir bis spätestens zum 01. April 2006 um eine formlose Rückmeldung per Email an Bettina Lösch bettina.loesch@uni-koeln.de (Betreffzeile: AKG-Tagung). Nach bestätigter Teilnahme bitten wir um Überweisung des Tagungsbeitrages von 10,- Euro auf das Konto der Assoziation. Der Tagungsbeitrag dient der Rückerstattung der Fahrtkosten an diejenigen, die das wünschen und benötigen. Ein formloser Antrag an die OrganisatorInnen ist hierfür ausreichend.

Mit besten Grüßen & für die AKG-Regionalgruppe Rheinland

Cecil Arndt, Wolfram Schaffar, Peter Scheiffele, Susanne Spindler, Michael Bruch, Oliver Pye, Bettina Lösch

Search

 

Die Assoziation...

für kritische Gesellschaftsforschung (AkG) hat sich im Juni 2004 als offener Zusammenschluss von Sozialwissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern aus dem deutschsprachigen Raum (Deutschland, Schweiz, Österreich) gegründet. Schwerpunkt der gemeinsamen Arbeit ist die Diskussion gesellschaftskritischer Theorieansätze, deren Reproduktion und Weiterentwicklung in Zeiten ihrer zunehmenden Marginalisierung an den Hochschulen gesichert werden soll.