2008: 5 Jahre AkG

Einladung: Herbsttagung der Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung

Die AkG - der nächste 5-Jahresplan: Theorie, Struktur und Methode

31. Oktober - 2. November 2008, Frankfurt

Bei unserer Tagung wollen wir auf die ersten 5 Jahre unserer Arbeit zurückblicken und unsere weitere Arbeit planen. Dabei wollen wir uns Zeit nehmen, Problemfelder zu bear­beiten, die sich im Verlauf der vergangenen Jahre herauskristallisiert haben:

Tagungsprogramm (.pdf)

Bestandsaufnahme: Wo stehen wir? Welche Erfahrungen haben wir in den letzten Jahren gemacht?

Bei unseren letzten Treffen sowie am Rande der Tagung zu Staatstheorie in Wien wurde vielfach geäußert, die Situation derer, die kritischen Theorie betreiben, habe sich im Vergleich zum Zustand vor 5 Jahren geändert. Einige Mitglieder der Assoziation haben (wider Erwarten) Jobs an Universitäten und anderen wissenschaftlichen Institutionen gefunden. Trotzdem für einige von uns dadurch die Möglichkeit entstanden ist, weiter wissenschaftlich zu arbeiten, bedeutet diese Entwicklung keine qualitative Wende. Vielmehr schafft die Tatsache, dass die meisten von uns nur befristete Verträge haben und über Deutschland, Österreich und die Schweiz verstreut arbeiten, neue Probleme für die Fortführung unserer Diskussions- und Forschungszusammenhänge. Damit verknüpft ist auch die Frage, in wie weit kritische Theorie überhaut an Universitäten betrieben werden kann/soll/muss, und wie kritische Wissenschaft außerhalb der Universitäten betrieben und in der AkG systematisch berücksichtigt werden kann.

Organisationsstruktur der AkG

Seit Gründung der AkG begleiten uns eine Reihe von Fragen zu unserer Organisationsstruktur - allem voran die Frage, ob wir ein Institut gründen sollen oder in einer anderen Organisationsform unsere Diskussionen weiter führen können. Mittlerweile orga­nisiert die AkG sehr erfolgreich Tagungen, deren Ergebnisse in Tagungsbänden festgehalten werden. Unsere Mailing-Liste erreicht über 100 kritische WissenschaflterInnen im deutsch­spra­chigen Raum, und der AkG-Verein zählt über 30 Mitglieder. Wie können wir die AkG weiter entwickeln?

Inhaltliche Verortung der AkG

Nach fünf Jahren können wir auf ein umfangreiches Spektrum an Themen zurückblicken, die wir in Form von Tagungen diskutiert und in Tagungsbänden festgehalten haben. Themen­vorschläge wurden von einem zum nächsten Treffen diskutiert und ergaben sich meist aus den Arbeitszusammenhängen der aktiven Mitglieder der AkG. Zu welchen Themen arbeiten wir / wollen wir in Zukunft arbeiten? Wie schaffen wir es, eine Kontinuität zwischen den Tagungen zu stiften?

Programm

Freitag, 31. Oktober, Abend

Ort: Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI), Kettenhofweg 130

17:00 Anreise

18:00 Einführung in das Programm

Was soll die Tagung?

19:00 Vortrag Friedrike Habermann: „Hegemonie, Identität und Emanzipation”

Immer wieder wird beklagt, dass Kapitalismus, Sexismus, Rassismus und andere Herrschaftsverhältnisse als unverbunden in der Analyse erscheinen - wenn sie denn überhaupt gemeinsam in die Analyse einbezogen werden. Mit der ´subjektfundierten Hegemonietheorie´ wird ein Ansatz skizziert, der - aufbauend auf Antonio Gramscis Hegemoniebegriff und in Erweiterung durch postmarxistische, postfeministische und postkoloniale Ansätze - von der Verwobenheit aller Herrschaftsformen ausgeht. Dabei wird deutlich, dass sowohl Identitäten als auch der gesellschaftliche Kontext nicht unabhängig davon gedacht werden können.

Samstag, 1. November, Vormittag

Ort: IPC-Cafe im Turm, Robert-Mayer-Str. 5, 27. Stock (Ortswechsel!)

9:30h -12.30h
Teil I: Bestandsaufnahme

Beitrag “Stand der kritischen Gesellschaftsforschung”

Diskussion: Wo stehen wir? Aussprache auf der Grundlage der eigenen Situation / Erfahrung der letzten fünf Jahre

- Viele haben Stellen bekommen, allerdings geographisch sehr verstreut.

- Die meisten Anstellungen sind befristet oder in anderer Hinsicht prekär.

- Zustand der kritischen Gesellschaftsforschung außerhalb der Universität?

Gleichzeitig hat sich der Raum für kritische Theorie nicht substanziell erweitert: Trotzdem viele jüngere Mitglieder über Stipendien ihre Dissertation finanzieren können, bleibt die Verunsicherung - sowohl, was die Zeit nach der Promotion anbelangt, als auch was die Promotionsphase selbst angeht. Ein ähnlicher Befund gilt für die, die auf zeitliche befristeten Stellen an der ein oder andere Universität gekommen sind, und möglicherweise sogar für die, die eine Professur bekommen haben.

Für die meisten von uns bewirkt die Verunsicherung, dass wir es kaum schaffen, über längere Zeit an einem Thema zusammenhängend zu arbeiten.
Mittagspause
Samstag Nachmittag

Teil II: Organisation, Vernetzung und inhaltliche Verortung der AkG

14.00 / 14.30h (je nach Ablauf des Vormittagsprogramms) bis 19:00h

Beitrag: Lobrede auf die AkG. (Wolfram Schaffar)

Strukturierte Diskussion zu drei Themenblöcken:

1) Institutionalisierung der AkG (Input von Wolfram Schaffar)

Präsentation der Idee einer AkG-Koordinierungsstelle, die halbjährlich neu besetzt wird und deren Inhalt sein soll, eine AkG-Tagung vorzubereiten, den Tagungsband fertigzustellen, etc.

2) Vernetzung (Input von Lars Bretthauer/Daniel von Fromberg)

- Vernetzung der AkG intern (Einschätzung der Homepage und der dort geleisteten Vernetzung)

- Vernetzung mit anderen Initiativen (BdWi, reflect!, attac Wissenschaftlicher Beirat, RLS, Loccumer Initiative, Forum kritische Wissenschaft, Heidelberg u.a.)

3) Planung der kommenden Tagungen (Input von Michael Bruch)

- Welche Tagungen sind in der Planung?

- Wie wollen wir in Zukunft Tagungen planen?

- Wie kann eine inhaltliche Kontinuität auch zwischen den Tagungen erreicht werden?

Zu jedem Themenblock soll es einen kurzen Input geben (10 Minuten),

danach eine strukturierte Diskussion (etwa 60 Minuten), die in konkrete Arbeitsaufträge an einzelne oder an zu gründende Arbeitsgruppen mündet.

Vorabend

Vereinssitzung der AkG e.V. (ca. 30 Minuten)

Tagesordnung und Einladung wird fristgerecht an die Vereinsmitglieder verschickt.

Abend

Feierlicher Festakt “Fünf Jahre AkG”

Sonntag, 2. November, Vormittag

Teil III: Arbeitsfrühstück zur Umsetzung der Absprachen von Samstag

- Treffen der AkG-Arbeitszusammenhänge, die eine inhaltliche Tagung für kommendes Jahr planen (Recht, periphäre Staatlichkeit. …)

- Planung der weiteren Schritte zur Einrichtung einer Koordinationsstelle (falls so beschlossen)

- Planung der weiteren Vernetzung der AkG (je nach Beschlusslage…)

- Treffen der Redaktionsgruppen der Tagungsbände (falls nötig)

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Die Assoziation...

für kritische Gesellschaftsforschung (AkG) hat sich im Juni 2004 als offener Zusammenschluss von Sozialwissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern aus dem deutschsprachigen Raum (Deutschland, Schweiz, Österreich) gegründet. Schwerpunkt der gemeinsamen Arbeit ist die Diskussion gesellschaftskritischer Theorieansätze, deren Reproduktion und Weiterentwicklung in Zeiten ihrer zunehmenden Marginalisierung an den Hochschulen gesichert werden soll.