2010: Periphere Staatlichkeit im Kontext globaler Kräfteverhältnisse

Tagung der Assoziation für Kritische Gesellschaftsforschung (AkG), Marburg, 3.-5. Juni 2010

Tagungsort:
Centrum für Nah- und Mitteloststudien
Deutschhausstr. 12
35032 Marburg

Lageplan (pdf)

Logo der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Die Tagung wird gefördert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung sowie dem Ursula-Kuhlmann-Fonds des Marburger Universitätsbunds




Im Verlauf der letzten vier Jahre haben sich zu verschiedenen Anlässen Mitglieder der AkG getroffen, die zu Ländern / Regionen außerhalb der OECD arbeiten: Am Rande der AkG-Tagung zu Staatstheorie im Frühjahr 2006 in Frankfurt, bei einem Workshop zu peripherer Staatlichkeit in Wien im Juli 2007, aus dem ein Band zu peripherer Staatlichkeit der Zeitschrift JEP hervorgegangen ist, sowie bei einen zweitägigen Workshop im März 2009 in Kassel unter dem Titel “Periphere Staatlichkeit – Diskussionsstand und Arbeitsperspektiven”.

Bei unseren bisherigen Treffen haben wir uns über sehr grundsätzliche Fragen verständigt, wie z.B. die Frage, in wie weit Ansätze der Dependencia oder Weltsystemtheorie als Analysewerkzeuge für die heutige Situation von Staaten außerhalb der OECD-Welt herangezogen werden können, bis hin zur Frage, ob es überhaupt Sinn macht, von “peripherer Staatlichkeit” als abgrenzbares Phänomen zu sprechen. Diese Auseinandersetzung scheint nach wie vor sehr wichtig – gleichzeitig scheint es für das weitere Vorgehen sinnvoll, einzelne Phänomene oder Teilfragen unter die Lupe zu nehmen, die sich aus unseren bisherigen Arbeiten ergeben haben.

Aus dem Diskussionsprozess ist das Programm für die Tagung “Periphere Staatlichkeit im Nord-Süd-Verhältnis” hervor gegangen, die vom 3.-5. Juni in Marburg stattgefunden hat.

Neben Podien, auf denen wir Vorträge zu konkreten Forschungsarbeiten zusammengetragen haben, haben wir im Rahmen der Tagung eine Reihe neuer Formate und methodischer Vorgehensweisen ausprobiert: Von ‘close reading’ über eine theoretische Plenumsdiskussion zu Hegemonie, einer Interaktiven Werkstatt, in der wir unsere Standpunkte aus einer postkolonialen Perspektive hinterfragen konnten, bis hin zu Intensivkursen, die zu Beginn der Tagung in theoretische Konzepte und ausgewählte Weltregionen eingeführt haben. Dabei blieb natürlich genügend Platz für persönliche Gespräche, das Knüpfen neuer Kontakte, und die Pflege alter und neuer Freundschaften.

Wir danken allen Teilnehmern der Tagung für die konstruktiven und abwechslungsreichen Diskussionen!

Tagungsprogramm (pdf)

Einzelne Texte stehen zum Download zur Verfügung:

SAMSTAG, 5. JUNI:

Podium 1: Periphere Staatlichkeit

Anna Krämer (Frankfurt): “Chancen und Grenzen der Übertragung materialistischer Staatstheorie auf den postkolonialen Kontext. Entwickelt am Fallbeispiel Kamerun” (pdf)

Yvonne Franke und Daniel Kumitz (Berlin): “Doing State: Zum Versuch, Staatlichkeit nicht (nur) von der Struktur her zu denken” (pdf)

Alke Jenss (Berlin): “Periphere Staatlichkeit und Gewaltverhältnisse: das Beispiel Kolumbien” (pdf)

Podium 2: Gramsci in der (Semi-)Peripherie

Stefan Pimmer (Wien): “Im Westen was Neues? Hegemonie und Zivilgesellschaft in Lateinamerika” (pdf)

Axel Gehring (Marburg): “Zwischen Kohärenz und Inkohärenz. Hegemonie und Regulation in der Türkei” (pdf)

Errol Babacan (Frankfurt): “Zwischen Oben und Unten. Hegemonie und Subalternität in der Türkei” (pdf)

Podium 3: Sozialpolitik in der (Semi-)Peripherie

Ingrid Wehr (Freiburg): “Exklusive lateinamerikanische Wohlfahrtsstaaten zwischen Reformdruck und Reformstau” (pdf)

Bernhard Leubolt (Wien): “Die Dialektik von Kommodifizierung und Dekommodifizierung: Conditional Cash Transfers in Brasilien” (pdf)

Anne Tittor (Kassel): “Kommodifizierung und Dekommodifizierung im Gesundheitswesen in Argentinien und El Salvador” (pdf)

Podium 4: Konstitutionalismus und Demokratie

Stefanie Wöhl (Wien): “Demokratie und globale (soziale) Rechte: Wessen politische Artikulation?” (pdf)

Almut Schilling-Vacaflor (Hamburg): “Neue Mechanismen der partizipativen Demokratie und Anerkennung von sozialen Menschenrechten: vergleichende Analyse zu den neuen Verfassungen Kolumbiens, Venezuelas, Ecuadors und Boliviens” (pdf)

Wolfram Schaffar (Hildesheim): “Die Verfassung in der Krise: Das Scheitern des liberalen Konstitutionalismus in Thailand” (pdf)

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Die Assoziation...

für kritische Gesellschaftsforschung (AkG) hat sich im Juni 2004 als offener Zusammenschluss von Sozialwissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern aus dem deutschsprachigen Raum (Deutschland, Schweiz, Österreich) gegründet. Schwerpunkt der gemeinsamen Arbeit ist die Diskussion gesellschaftskritischer Theorieansätze, deren Reproduktion und Weiterentwicklung in Zeiten ihrer zunehmenden Marginalisierung an den Hochschulen gesichert werden soll.